Zwischen Manfluencern und Tradwives 

Antifeminismus auf Social Media und pädagogische Strategien dagegen


Zwischen Manfluencern und Tradwives 

Träger mediale pfade e.V.

Beispielprojekte

  • AntiAnti (Prävention von Onlineradikalisierung)
  • Update Medienkompetenz (Fachkräftequalifizierung Desinformation und Extremismus)
  • Jugend hackt 2go (Making und Coding für MINTA*)
  • Medienkompetenzzentum Lichtenberg
  • TikTokSlam und CiviLink (Demokratie auf die Plattformen)

Wir sind überzeugt, dass eine emanzipatorische Praxis mit digitalen Medien und neuen Technologien notwendig ist, um eine offene, gerechte und solidarische Gesellschaft zu gestalten. Mit zeitgemäßen Bildungsformaten arbeiten wir daran, dieses Ziel zu erreichen. 

In welcher Form begegnet Jugendlichen und jungen Erwachsenen Antifeminismus auf TikTok?


Wie müssen Präventionsangebote und Bildungsmaterialien gestaltet sein, um die Souveränität und Handlungsfähigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bezug auf antifeministische Inhalte und Diskurse auf TikTok zu stärken?

 

Forschungsbasierte Entwicklung und Evaluation von präventiven Bildungsangeboten,

–materialien und Handlungsempfehlungen (OER)

 

Projekt

Unlearning Anti-Feminism on TikTok

Projekt

Update Medienkompetenz

Was ist die

Ausgangslage?

  • Ideologien der Ungleichwertigkeit weit verbreitet und somit gesamtgesellschaftliche Herausforderung
  • Antifeminismus als Querschnittsthema unterschiedlicher Milieus
  • Einstiegstor in antidemokratische, menschenfeindliche Weltbilder

  • zentrale Funktion bei rechten und islamistischen Ideologien

  • Social Media und TikTok als spezifischer Raum der Verbreitung

  •  organisiertes Vorgehen und politische Strategie

 

  •  Weltanschauung oder Ideologie, die sich gegen Feminismus, feministische Anliegen und Emanzipationsbewegungen richtet

 

  • Ideologie ist dynamisch und passt sich zeitgenössischen Kontexten an, als Reaktion auf spezifische Auseinandersetzungen rund um Geschlecht und Sexualität

Quelle: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2024/03/Lagebild_Antifeminismus_2023_WEB.pdf

Antifeminismus 

 

Ablehnung von Geschlechtergerechtigkeit

Gegen geschlechtliche, körperliche & sexuelle Selbstbestimmung

Zurückweisung Diversität von Lebensentwürfen & Geschlechtsidentiäten

Was macht Antifeminismus so attraktiv?

 

für junge Männer*

Versprechen von 

Orientierung

Sicherheit

Community

Privilegien sichern

Handlungsfähigkeit

Anerkennung

Quelle: FUMA Fachstelle Gender&Diversity,https://www.youtube.com/watch?v=z6itdIRcf4M

Reichtum

Karriere

DBR als Forschungsrahmen

(Bereiter 2002; Reinmann 2019)

 

Design-

Based-

Research

(DBR)

1. Problemdefinition

2. Didaktische Konzeption

 

5. Weiterentwicklung

6. Erneute Durchführung

4. Analyse & Reflexion

3. Erprobung Workshop

Einblick in die explorativen

TikTok-Analysen

Ausgewählte Ergebnisse: identifizierte multimodale Strategien

  • Emotionalisierung und Ästhetisierung statt Argumentation
  • Rhetorische Absicherung und Kritikvermeidung
  • Re-Traditionalisierung als Selbstermächtigung
  • Polarisierung und Vereinfachung gesellschaftlicher Debatten

Einblick in die explorativen

TikTok-Analysen

Implikationen für weitere Projektphasen

  • Interviews: Erkennen Jugendliche solche Strategien? Wie gehen sie mit diesen Inhalten um?

Zentrale Ergebnisse

der Interviewstudie

  • TikTok: hohe Relevanz für politische Meinungsbildung, obwohl politischer Content nicht von allen gezielt gesucht

  • Unterschiedliche Verständnisse und Einschätzungen zu Antifeminismus

 

  • Begegnung mit antifeministischen Inhalten: TikToks / Kommentare nicht selten, aber Schwierigkeiten, sie zu erkennen

 

  • Kaum Diskussion: wenig Austausch auf der Plattform – Gespräche finden eher offline mit Peers statt

 

  • Handlungsstrategien: Trainieren des Algorithmus, sich rausziehen (App löschen), aktives Vorgehen gegen Inhalte, Identifikation von Antifeminismen üben

  • Einfacher Zugang zu ungeprüften Inhalten
  • einfache Lösungen für komplexe Zusammenhänge
  • Beliebtheit unterschiedlicher Plattformen sehr dynamisch
  • Professionalisierung von ideologischen Akteur_innen
  • ABER: keine Online-Radikalisierung ohne psychosoziale Grundlagen offline

 

Medienbildung, Informationskompetenz und kritisches Denken zentral für Prävention

Online-Radikalisierung

 

  • wichtige Informationsquelle und Suchmaschine für Jugendliche

  • Ort politscher Aushandlung und Sozialisation

  • mindestens 20% der Inhalte mit Fehlinformationen

  • Moderationslücken bei TikTok

Warum TikTok?

 

 

  • tendenziell provokanter Content, weil mehr Reaktionen durch Emotionen statt Sachlichkeit (Engagement-Logik)

  • spezifisches Plattfordesign: FYP

  • TikTok weniger akteurszentriert: Viralität einzelner Videos und Trends

TikTok: Gebaut für Aufmerksamkeit

 

  • TikTok soll Resonanzraum erweitern
    (v.a. junge Menschen erreichen)
  • Wissen um die Moderationsrichtlinien der Plattform (Shadowbans, Drittaccounts)
  • Strategien sehr divers, keine einheitlich Strategie (Reposts, Mass-Content, "Lebensgefühl")

antidemokratische AkteurInnen auf TikTok

 

  • Dogwhistling (Bsp. "rejectmodernityembracetradition", "white boy summer")
  • Hashtags besetzen und Umwegkommunikation: Algospeak
  • Sounds zur Verbreitung von Videos und als Code
  • Mitmachstrategien und Aufrufe (bsp. "Stolz-Monat")
  • "Gefühlsarbeit" zur metapolitischen Umdeutung von gesellschaftlichen Normen und Begriffen
  • Ökonomische Interessen: Promotion von Onlinehandel und Online-Kursen

Strategien antidemokratischer AkteurInnen

 

  • Beispiel Meme in Fashwave Ästhetik                                              
  • Popkulturelle Bezüge

 

  • Verherrlichung eines "traditionellen" Lebensstils

 

  • politische Message wird subtil eingestreut

Codierte multimodale Kommunikation

  • Sounds fungieren auf TikTok sowohl als Teil des Videos, als Meme und als Hashtag
  • Bestimmte Milieus nutzen gleiche Sounds
  • Erschließung neuer Zielgruppen über die Nutzung spezifischer Sound

                   multimodales Zusammenspiel von Bedeutung (Ton, bild, Text, hashtag, emojis)

Quelle: https://www.belltower.news/dehate-report-3-tiktok-antisemitismus-im-neuen-gewand-124673/

  • subtile Vermittlung politischer Inhalte durch vermeintlich persönliche Einblicke
  • Arbeit mit Symbolen und Ästhetisierung des Alltags

Trend #tradwives & #stayathomegirlfriend 

 

#rejectmodernityembracetradition

Akteure der Manosphere

MRA (Men's rights activists):
Gehen gegen imiganierte Unterdrückung von Männern vor. Feindbild Feminismus.

MGTOW (Men going their own way):
Männer die sich von einer angeblich weiblich dominierten Gesellschaft trennen wollen

Incels ('Involuntary celibate'):
Männer die vermeintlich unter Sexlosigkeit leiden und ein Recht auf Sex für Männer sehen

Pick-Up Artists:
Proklamieren "Alpha-Männlichkeit", werten Frauen ab und legitimieren Manipulation und Gewalt für Sex durch Social Media neue Rolle als Männercoach oder manfluencer in Neo-Manosphere

Manosphere

  • Manosphere: loses digitales Netzwerk bezeichnet, in dem sich Männer antifeministisch radikalisieren.
  • Red-Pilling: als Red Pills werden Momente der Erkenntnis verstanden, die ideologische Täuschungen aufdecken
  • Entlarvung der vermeintlichen Unterdrückung von Männer durch Eliten und Feminst*innen
  • Nutzung von Pseudowissenschaft, Einteilung von Männer und Frauen in Hierarchie
  • Zentrale Begriffe: Alpha und Beta Männlichkeit, Hypergamie, 80/20 Regel, Incels

Zustimmung zur misogynen 80/20 Regel

Abwertung von Frauen

"women          "

maskulinisitische Influencer

Affektive Ansprache 

 

  • Schritt 1 – Gefühle validieren: Ohnmacht, Frustration und Angst werden aufgegriffen und verstärkt, Scham, den Anforderungen des „Guy Code" nicht zu genügen
  • Schritt 2 – Scham in Wut umwandeln: Gefühle von Unzulänglichkeit gelten als „schwach" oder „weiblich" und werden in Wut kanalisiert → gegen sich selbst, gegen Frauen, Feminismus oder „die Elite"
  • Schritt 3 – Wut als Antrieb: Lösungsangebot ist Selbstverhärtung und Externalisierung („mehr Fleiß, früher aufstehen, mehr arbeiten") → Handlung statt Introspektion, kein empathischer Bezug auf sich oder andere

Quelle: Meier-Arendt, David (2024). Männlichkeitsvorstellungen maskulinistischer Influencer – als Souveränität verkleideter Konformismus. In: Dominik Knes/Elli Scambor (Hg.). Zwischen toxischen Influencern und sorgender Männlichkeit. Geschlechterkonzepte von Burschen und jungen Männern. Graz, Verlag für Jugendarbeit und Jugendpolitik, 101–119.

Manosphere

 Warum das so wirksam ist

  • Prinzip „Schutzgelderpressung" (Bujalka et al.): Influencer erzeugen erst Unsicherheit, um dann Sicherheit als Produkt zu verkaufen – oft als teures Coaching
  • Antifeministische Ideologie wird unsichtbar, weil sie eingebettet ist in Empowerment, Produktivität und Selbstoptimierung → wirkt wie harmloser Lifestyle-Content
  • Genau diese Verbindung von affektiver Mobilisierung und neoliberaler Selbstoptimierungslogik macht die Ansprache für ein breites junges Publikum anschlussfähig und schwer zu durchschauen

Religiös fundamentalistische AkteurInnen

ChristfluencerInnen 

Jasmin Friesen

Religiös fundamentalistische AkteurInnen

 TikTok-Kanal Abulbaraatok

AkteurInnen der extremen Rechten

AkteurInnen der extremen Rechten

AkteurInnen der extremen Rechten

Feministische Gegenstimmen

 Methoden

TikTok-Puzzle

 

Digital reflections

Digital reflections

So geht’s:

  • Ihr sitzt euch paarweise gegenüber.

  • Vor euch liegen zwei Karten

  • Sprecht 3 Minuten lang über beide Fragen.

  • Dann rotiert der Außenkreis nach links  und der Innenkreis nach rechts.

 

  • Nur erzählen, womit ihr euch wohlfühlt.
  • Hört einander gut zu.

  • Es gibt kein Richtig oder Falsch!

Digital reflections

Zeitstrahl

feministische Errungenschaften

Make Your

Meme Come True

 

 Broschüre

 

Bildungsmaterialien Antifeminismus

Linkliste zu

Online-Radikalisierung

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