Beratungsstelle für mehr Demokratie auf Plattformen

Gefördert durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“

Politische Bildung in Bewegung:

Videos für Social Media gestalten

14. bis 16. September 2026, Europahaus Marienberg

Dienstag

Ablauf der Fortbildung

  • Orientierung
  • Wissen
  • Handwerkszeug
  • Konzeptentwicklung
  • Videoproduktion
  • Präsentaton der Videos
  • Umsetzung im Arbeitsalltag
  • Feedback und Abschluss

Mittwoch

Wie wir miteinander arbeiten

Verschiedene Wissensstände sind völlig okay.

Wenn etwas unklar ist: Jederzeit nachfragen.

Wir lernen uns kennen und kommen aus unterschiedlichen Kontexten

Alles, was hier gedreht wird, ist ein Übungsstück.

Ziel ist, sich kennenzulernen und durch Austausch voneinander zu lernen

Nichts muss veröffentlicht werden, nichts verlässt den Raum ohne eure Zustimmung

medialepfade.org

Verein für Medienbildung e.V.

Gemeinnütziger Verein für Medienbildung (seit 2013, Sitz in Berlin)

 

Bildungs- und Beratungsprojekte mit Fokus auf Technologie, Soziale Medien, Politik und Gesellschaft

 

26-köpfiges Team an drei Standorten in Berlin und in Brandenburg

Prävention von Online-Radikalisierung 

Über uns

Unsere Schwerpunkte

 Coding, Gaming, Making

Mehr Demokratie auf Plattformen

Überblicks- und Kontextwissen:

  • Fundierte Entscheidungen über Plattformstrategien

  • Entwicklungen rund um Social Media und Big Tech

  • Wissen über Logiken der Plattformen und ihrer Algorithmen

  • Netzkulturelle Trends und aktuelle Nutzungsgewohnheiten

CiviLink unterstützt Projekte im Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" dabei, ihre Inhalte strategisch in sozialen Medien und digitalen Räumen sichtbar zu machen. Im Fokus stehen Organisationen, die Social Media Auftritte aufbauen oder ihre Ansätze weiterentwickeln möchten. Dafür bietet CiviLink praxisnahe und bedarfsorientierte Beratung, vermittelt Know-how und eröffnet Räume für Austausch.

CiviLink unterstützt Projekte im Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" dabei, ihre Inhalte strategisch in sozialen Medien und digitalen Räumen sichtbar zu machen. Im Fokus stehen Organisationen, die Social Media Auftritte aufbauen oder ihre Ansätze weiterentwickeln möchten. Dafür bietet CiviLink praxisnahe und bedarfsorientierte Beratung, vermittelt Know-how und eröffnet Räume für Austausch.

CiviLink bietet Orientierung bei:

Konkretes Arbeiten auf Social Media

  • Strategische Kanalentwicklung

  • Zielgruppendefinition und Community-Ansprache

  • Beitragsplanung und Content-Strategie

  • Entwicklung und Produktion passender Formate und Inhalte

  • Community-Management und Umgang mit Hass im Netz

Was ist CiviLink?

Vormittag

Dienstag 15.09.

  • 09:00 Ankommen + Ausblick

  • 09:05 Leitnarrativ in vier Sätzen

  • 09:25 Blick in den Arbeitsalltag

  • 09:35 Plattformlogik, Vertikalvideo und Beitragsformate

  • 09:55 Aufstellung im Raum: Formatideen

  • 10:10 Storytelling für Vertikalvideos

  • 10:30 Kaffeepause

  • 11:00 Stationen mit Good Practice Videobeispielen

  • 12:25 Offene Fragen und Ausblick auf den Nachmittag

  • 12:30 Mittagessen

  • 13:30 Von der Idee zum Storyboard

  • 13:50 Storyboarding und Sparring im Tandem

  • 14:30 Mini Sprech- und Präsentationsübung

  • 15:00 Technik-Check + Start Produktion

  • 15:20 Kaffeepause

  • 16:00 Produktion: Dreh + Schnitt

  • 17:00 Untertitel + Captions

  • 18:00 Ablage der fertigen Videos + Ausblick

Nachmittag

Das Leitnarrativ

Leitnarrativ

Menschen suchen auf Social Media selten gezielt nach Organisationen. Sie stoßen zufällig auf Inhalte und folgen erst, wenn sie verstehen, wofür ihr steht.

Das Leitnarrativ verrät der Zielgruppe, wofür die Organisation steht und welche moralischen Grundwerte sie vertritt.

 

Überlegt euch dazu:

  • Was ist das Ziel meiner Organisation?
  • Warum machen wir die Arbeit, die wir machen und halten sie für sinnvoll? Welche Werte und Moralvorstellungen stehen dahinter?
  • Für wen machen wir unsere Arbeit?

 

Vier Sätze, 10 Minuten

✏️ Füllt das Arbeitsblatt aus:

  1. Wir setzen uns dafür ein, …
  2. Weil wir überzeugt sind, …
  3. Deshalb schaffen wir …
  4. Unser Beitrag ist …
  5.  

Falls ihr hängenbleibt: Was ist das Ziel eurer Organisation? Warum macht ihr die Arbeit, die ihr macht? Welche Werte stehen dahinter? Für wen macht ihr sie?

Leitnarrativ

Der Core Story Canvas zur Herausarbeitung des Organisationskerns:

Auf der Sachebene klärt ihr grundlegende Fragen:

  • Welche Ziele hat meine Organisation/mein Projekt?
  • Welche Werte/Prinzipien liegen meiner Arbeit zugrunde?
  • Wen will ich mit meiner Arbeit erreichen/unterstützen?

Auf der Storyebene geht es darum, eure eigenen Werte mit denen eurer Zielgruppe abzugleichen/zu vereinen. Hier setzt ihr eure Arbeit in Beziehung zur Außenwelt. Das schafft Authentizität, Vertrauen und bildet die Grundlage für nachvollziehbare Erzählungen.

Das Leitnarrativ als Kern jeder Story. Daraus lassen sich ableiten:

  • Protagonist*innen
  • Themen
  • Kanäle
  • kleine & große Stories

Blick in den Arbeitsalltag

Blick in den Arbeitsalltag

✏️ Schreibt jeden Content-Anlass auf eine eigene Karte.

Wir sammeln sie als Ideen-Speicher an der Wand.

Die Plattformen und ihre Beitragsformate

Nutzungsmotive

TikTok  gilt zunehmend als Genz-Z Suchmaschine.

Jugendliche und politische Inhalte
auf Social Media

 

Jugendliche/junge Erwachsene (16-27 Jahre)...

  • geben größtenteils ein "eher hohes Interesse an politischen Themen" an
  • ... haben wenig das Gefühl, von politischen Akteur*innen angesprochen zu werden oder mit ihren Themen in den gesellschaftlichen Diskussionen aufzutauchen
  • 1/3 fühlt sich gut informiert, gibt aber auch an, sich ausschließlich über politische oder gesellschafts-relevante Themen auf Social Media zu informieren

aus der Studie "How to sell Democracy online (fast)", 2025: 

repräsentative Online-Befragung , vier Fokusgruppengespräche und ein quantitatives Selektionsexperiment zu Auswahlkriterien von Kurzvideos

 

Welche Plattformen gibt es?

Instagram

TikTok

Youtube

Bluesky

Social Media

Pixelfeld

Loops

Mastodon

W-Social

Poli Social

YouTube Shorts

BeReal

SnapChat

Bluesky

TikTok

Instagram

Facebook

Threads

LinkedIn

Instagram

Instagram: Das Geschäftsmodell

Aufmerksamkeitsökonomie

  • Auf Instagram konkurrieren Inhalte um begrenzte Aufmerksamkeit
  • Spannungsfeld: Arbeiten mit Bedingungen, die wir nicht selbst setzen

Wie verdient Instagram Geld?

  • Nutzungsdaten = Währung
  • Werbung durch Tracking
  • Mehr Zeit auf der Plattform = mehr Profit

Instagram

Nutzung in Deutschland

  • 32 Mio. Nutzer*innen in Deutschland (We Are Social Digital Report 2024)
  • Vor allem 18-34 Jahre, aber auch 35+ stark
  • Engagement deutlich höher als bei Facebook oder Twitter

 

Instagram gehört zu Meta

Meta Platforms Inc. (ehemals Facebook Inc.)

  • Besitzt: Instagram, Facebook, WhatsApp, Threads
  • Hauptsitz: USA (Kalifornien)
  • Geschäftsmodell: Datensammlung für personalisierte Werbung

 

Regulierung in der EU 

DSGVO (seit 2018)

  • Umgang mit personenbezogenen Daten
  • Recht über Auskunft, Löschung, Widerspruch

Digital Services Act / DSA (seit Feb. 2024)

  • Plattformen müssen illegale Inhalte entfernen
  • Risikobewertungen vor neuen Features

AI Act (seit 2025)

  • Transparenzpflichten zu KI-generierten Inhalten 

Mehr News dazu gibt es hier:

  • stiftungdatenschutz.org
  • netzpolitik.org
  • d-64.org

Was sind Vertikalvideos?

Vertikalvideos sind im Hoch-Format gedrehte Videos, die auf Social Media Plattformen sehr beliebt sind. Sie haben in den Apps mittlerweile eigene Kategorien bzw. bestimmen die App gänzlich wie z.B. bei TikTok.

 

Vertikalvideos sind immer im Format 9:16 und haben im Idealfall eine Full-HD Bildschirmauflösung von 1080px. Sie haben idealerweise eine Länge von 15 - 30 Sekunden, können aber je nach Relevanz und Zielgruppe länger sein.

TikTok

Reel

Shorts

Reels

Was ist das?

  • ein dauerhaft auf deinem Account sichtbares Video
  • wird deinen Follower*innen angezeigt + im Bereich "Reels" sehen es potentiell alle

 

Für welche Anlässe eignet es sich?

  • tiefer Einblicke in die Arbeit
  • Rückblicke auf Veranstaltungen
  • Erklärvideos
  • Trends aufgreifen

 

Wie kann das aussehen?

  • Videos mit einer maximalen Länge von drei Minuten 
  • Fotos von Personen, Natur etc. mit/ohne Text, die Animationen enthalten (und von Instagram somit als Videosequenz bewertet werden)

Feed-Posts

Was ist das?

  • ein dauerhaft auf deinem Account sichtbarer Inhalt
  • taucht im Feed deiner Follower*innen auf + wird bei "Entdecken" angezeigt
  • kann eine oder mehrere Slides beinhalten (Karussell-Post)

 

Für welche Anlässe eignet es sich?

  • Veranstaltungsankündigungen
  • Foto-Reihen
  • Zitat-Kacheln
  • Memes

 

Wie kann das aussehen?

  • Beitrag mit Design-Elementen und Text
  • Fotos von Personen, Natur etc.
  • Nur Text

Stories

Was ist das?

  • für 24h sichtbar
  • werden meist nur Follower*innen angezeigt

 

Für welche Anlässe eignet es sich?

  • Hinweis auf Veranstaltungen
  • Live-Einblicke in die Arbeit
  • kleine Updates
  • Stimmungsbild von Follower*innen einholen

 

Wie kann das aussehen?

  • kurze Videosequenzen, max. 60s
  • Fotos von Personen, Natur etc. mit/ohne Text
  • Text, Gifs, Interaktion-Buttons auf ver. Hintergründen

Wer entscheidet eigentlich, wer euren Beitrag zu sehen bekommt?

Systeme nicht neutral

Sie zeigen, was das Nutzungsverhalten bedient,

nicht, was du brauchst, suchst oder korrekt ist.

Das bedeutet...

+++ mehr Ähnliches angezeigt +++ kontroverse /emotionale Inhalte überbetont +++ bestimmte Inhalte unsichtbar +++  Videos +++

Die Systeme reagieren auf Engagment.

Was ist Engagement?

"Different factors have different importance, in different contexts."
Todd Beaupré (Senior Director Product Mgnt. Google)

  

Maschinelles Lernen braucht Zahlen

und Engagement liefert diese.

 

Engagement wird aus messbaren Signalen abgeleitet. 

 

Engagement-Signale

Signal

Daten

Bedeutung

Watchtime

Dauer in Sek.

Interesse, inhaltliche Relevanz

Like

nein/ja (0/1)

Zustimmung, Anerkennung, Lob

Share

nein/ja | Adresse

soziale Relevanz, virales Potenzial

Save

nein/ja

langfristiges Interesse

Kommentar

tieferes Engagement, ggf. Polarisierung

Follow

nein/ja

Relevanz des Creators

Skip / Swipe

Schwellwert: 3 sek

Ablehnung, Langeweile

Replay

+n

Interesse, Verstehen, Abwesenheit

nein/ja | Text

Psychologie des Engagements

Engagement ist ein Index für emotionalen Reaktionen, aber kein Beleg für Qualität, Zustimmung oder Aufklärung.

Engagement ≠ Zustimmung oder Qualität

 

Beispiel: Ein provokantes, falsches oder hetzerisches Video kann Wut auslösen, und genau deshalb interagiert das Publikum stark – um zu widersprechen, sich aufzuregen oder es weiterzuleiten.

RecommenderSysteme

sind Machine Learning Technologien

Sie analysieren komplexes Nutzerverhalten und vielfältige Inhaltsmerkmale und lernen daraus Wahrscheinlichkeiten: 

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass du das nächste Video zu Ende schaust?
  • Oder likest, kommentierst, folgst?

Zentrale Fähigkeiten von Recommendersystemen

1. Items kategorisieren

2. User analysieren

3. Beziehungen modellieren

4. Rankings erstellen

5. Vorhersagemodelle

verbessern

Was wird gezeigt?

Was wird geschaut?

Welche Zusammenhänge gibt es?

Was soll gezeigt werden?

Wie erhöhe ich den Konsum?

1. Items kategorisieren

d.h., "Verstehen", was ein Video zeigt und was für ein Video das ist.

Das System muss erkennen:

Ist das ein Tanz, ein politischer Kommentar, ein Beauty-Tutorial oder ein wütender Monolog?

➡️ Dafür analysiert das System Bild, Ton, Text.

2. User analysieren

d.h., "Beobachten", wie Menschen auf Videos reagieren

Das System merkt sich:

  • Wer hat wie lange geschaut?
  • Wurde geliked, geteilt oder kommentiert?
  • Wurde gleich weitergewischt?

➡️ Es „lernt", welche Inhalte einen Account wirklich interessieren – und welche nicht.

3. Beziehungen modellieren

d.h., Zusammenhänge zwischen Menschen und Videos erkennen

Das System versucht zu verstehen:

„Aha, Menschen, die Video A mochten, mochten oft auch Video B."

➡️ Es bildet so Cluster von ähnlichen Videos und Accounts, ohne dass wir Einsicht haben.

4. Rankings dynamisch erstellen

d.h. schnell entscheiden, was du als nächstes sehen wirst

Das System bewertet aktuell Millionen von Videos:

„Welches davon passt jetzt genau zu dir – basierend auf deinen bisherigen Reaktionen?"

➡️ Es will möglichst genau vorhersagen: „Was hält einen User am längsten auf der Plattform und erzeugt Engagement?"

Orientierung durch Redaktion

Was wäre, wenn wir nicht nur auf Algorithmen vertrauten?

 

 Alternativen im Empfehlungsdesign 

  • redaktionelle Netzwerke technisch abbilden (ÖRR, Presse, Recherchenetzwerke)
  • Verifizierte Quellen/Wissen bevorzugen und ausweisen
  • Menschen statt Maschinen moderieren Inhalte

Reclaim recommender

... wären da nicht diese Netzwerkeffekte

Warum bleiben wir trotzdem bei TikTok, Insta, YouTube & Co.?

Netzwerkeffekte = Je größer das Netzwerk, desto größer der Nutzen für alle.

  • Reichweite & Interaktion gibt es dort, wo die Masse ist
  • Viralität folgt der algorithmischen Plattformlogik
  • Gewöhnung & Komfortzonen erschweren Plattformwechsel

Reclaim recommender

AFFORDANZEN

AFFORDANZEN

User Interface bietet spezifische Handlungsmöglichkeiten

  • FYP als Default-Anzeige

       Algorithmisch kuratierte Inhalte sofort verfügbar, hohe Reizdichte

  • Duett- und Stitch-Funktionen

        kommentieren, erweitern, remixen

        kollaborative Kreativität, Diskursraum, Konfliktverstärker

  • Endlos-Feed & Swipen

        Weiterwischen, kontinuierliche Aufmerksamkeit, schnelle Inhaltsrotation

  • Effekte, Filter & Sounds prominent integriert

        niedrigschwelliger Einstieg, starke Trendanbindung

 

Engagement Farming

Emotionale Überladung

Inhalte, die Wut, Angst, Nostalgie oder Staunen hervorrufen, performen oft besser.

Manipulative Aufrufe

„Schreib 'Amen' in die Kommentare", „Like, wenn du das auch so siehst", „Tagge jemanden, der das braucht"

Clickbait-Formulierungen

Titel/Thumbnails versprechen mehr, als der Inhalt hält.

Fragen?

Zu den Plattformen

Zu Engagement-Logiken

Zu den Formaten

Let's move!

 

 💡 Welche Formatidee kommt dir für den Fall, dass ...?

 

Bitte positionier dich im Raum bei dem Format,

bei dem du sofort eine Content-Idee im Kopf hast.

Zur Auswahl stehen:

 

Reel - Karussell - Bildbeitrag - Story

Storytelling für Vertikalvideos

Was macht eine Geschichte, die hängen bleibt?

Storytelling

Bildungsstätte Anne Frank auf TikTok - Beitragsreihe zu Argumenten gegen Menschenfeindlichkeit

Was spricht dich an? Welche Story(line) erkennst du? Welche Emotionen/Erinnerungen weckt der Beitrag in dir?

Bildungsstätte Anne Frank auf TikTok - Videoreihe zum Thema Ankommen in Deutschladn

LAMSA e.V. - Kampagne "Mundaufmachen" auf Instagram

Storytelling

Menschen erzählen sich seit Jahrtausenden Geschichten – am Lagerfeuer, in Mythen, in Religionen, in Medien. Warum? Weil unser Gehirn Geschichten besser verarbeitet, speichert und emotional verankert als abstrakte Daten oder Argumente.

Höhlenmalerei in der Chauvet-Höhle in Frankreich, ca. 31.000 v. Chr.

Sepehri, 2024

Dieses Zitat kommt aus dem Praxisguide von Daniela Sepehri, den ihr hier  erwerben könnt.

Storytelling

  • Kunst, trockene Informationen in emotionale und greifbare Geschichten zu verwandeln.

  • Komplexe Themen werden dadurch verständlicher und erlebbarer.

  • Picture Superiority Effect: visuelle Informationen werden besser verarbeitet und erinnert. (Cognitive Psychology, 1973)

  • Menschen erinnern Geschichten deutlich besser als Fakten. Gute Geschichten werden außerdem gerne weitererzählt.

  • Durch Geschichten werden zusätzlich Bereiche für Emotion, Emotionskontrolle und persönliche Erinnerung aktiviert.

Storytelling

Beispiel-Story: Recht auf Bildung

Variante A (abstrakt):

„Weltweit haben über 250 Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung. Bildung ist ein Menschenrecht, das durch Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantiert wird.“

Variante B (als Story):

„Als Farima morgens um 6 Uhr aufsteht, macht sie erst mal Tee für ihre Mutter. Zur Schule geht sie nicht – sie musste sie mit 11 verlassen, weil ihre Familie in Kabul auf der Flucht war. Dabei wollte sie Lehrerin werden. Heute schreibt sie heimlich Gedichte, wenn sie unbeobachtet ist.“

Beide Varianten sind inhaltlich korrekt. Aber nur eine zeigt uns ein Gesicht, eine Emotion, ein Bild im Kopf. Und genau darum geht es beim Storytelling.

Sepehri (2024)

Storytelling

Jetzt ihr: eine Geschichte in Stichpunkten

Nehmt einen Aspekt aus eurer Arbeit. Versucht euch dann an einer kurzen Geschichte entlang dieser Punkte:

  1. Wer ist die Person? Nicht „Ehrenamtliche im Verein", sondern Asala, 28, lebt in einer ländlichen Region.
  2. Was ist das Problem? Ein Bedarf, eine Schieflage, ein Zweifel
  3. Was ist die Wendepunkt? Ein konkreter Moment, in dem etwas kippt oder gelingt.
  4. Welche Veränderung ist passiert? Hat Asala etwas Neues gelernt, oder geht anders an eine Sache ran?
  5. Call to Action / eure Mission: Deshalb gibt es Angebot X / euer Projekt. Link zur Anmeldung

Einstieg
„Als Ding X passierte, wurde sofort klar, ..."
„Person X hat nie jemand gesagt: …"
„Drei Wochen vorher wusste noch keiner, ob …"

 

Wendepunkt
„Und dann hat jemand gefragt …"
„Ab da war klar: So geht das nicht weiter."

 

Abschluss
„Wenn dir das bekannt vorkommt: …"
„Dafür gibt es ab September ..."

Ihr habt 5-10 Minuten Zeit für diese Übung

Basics für Vertikalvideos

  • Style: kurz, knackig, nahbar, klar
  • Hook als Scroll Stopper in den ersten Sekunden: Provokation, Frage, Bestes Bild Preview
  • Pacing (Tempo & Rhythmus von Infos, Bildern, Stimmungen):

    TikTok liebt hohes Pacing, anpassen an Inhalte & Zielgruppe wichtig

  • Text-Overlays: Unterstützen oder tragen die Erzählung, Barrierearmer
  • Sounds & Musik: Erzeugt Atmosphäre, Rhythmus und Emotionalität
  • Stimme/Voice-Over: Auf gute Audioqualität achten!
  • Gegen Langeweile: Alle paar Sekunden ein neuer Reiz (Cut, Sound, Text, VFX)
  • Inhalt steuert Stil: Je "trockener" der Inhalt, desto mehr Dynamik
  • Normbruch als Stilmittel: Erwartungen brechen, z.B ernste Inhalte humorvoll vermitteln
  • visuell-technisch: Jump Cuts, Zoom-ins/-outs, Transitions, auf Beat/Musik schneiden, Rhytmuswechsel, unerwartete Perspektiven, usw.

 

Pattern Interruption

Storytelling

Struktur zum Nachbauen

Problem ⚠️ – Wendepunkt 💡– Lösung  

  1. Problem: Reale Herausforderung oder Ungerechtigkeit zeigen.
  2. Wendepunkt: Moment der Erkenntnis, Entscheidung oder Beobachtung.
  3. Lösung / Handlung: Was wurde unternommen? Was können andere tun?

Storytelling

Struktur zum Nachbauen

Mini-Held*innenreise 🦸‍♂️

  1. Ausgangssituation: Alltag einer Person.
  2. Konflikt / Hindernis: Etwas gerät ins Wanken.
  3. Widerstand / Entscheidung: Akt der Veränderung oder des Muts.
  4. Veränderung: Äußere oder innere Entwicklung sichtbar machen.

Storytelling

Struktur zum Nachbauen

Zahl 📊  – Mensch 👩‍🦰 – Bedeutung 💬

  1. Zahl: Einstieg mit einer Zahl oder einem Fakt.
  2. Mensch: Szene oder Person, die die Zahl greifbar macht.
  3. Bedeutung: Strukturelle Einordnung, Handlungsimpuls oder klare Botschaft

Storytelling

Struktur zum Nachbauen

5 Elemente

📍 Ort: Wo passiert die Geschichte? Lass das Publikum mitvisualisieren.

🏃 Aktion: Was tust du in dem Moment? Verben erzeugen Momentum.

💭 Gedanken: Was denkst du? Nähe durch geteilte Innenwelt.

💓 Emotionen: Was fühlst du? Zeigen statt sagen.

🗣️ Dialog: Was hörst du? Dialoge schaffen Erleben.

Kaffeepause

30 Minuten

Stationenarbeit

 

 🤳 Good Practice mit Video-Beispielen

 

Bitte scannt die QR-Codes an den Stationen

und analysiert die Beispielsvideos.

Arbeitsblätter findet ihr an den Stationen.

 

6 Minuten pro Station. ⌛

Station 1

Station 2

Station 3

Station 4

Station 5

 Beispiele

 Beispiele

 Beispiele

Was macht denn der NABU auf TikTok?

 Beispiele

 Beispiele

 Beispiele

 Beispiele

 Beispiele

 Beispiele

Qualitätskritierien festlegen

1. Echte Nähe statt künstlichem Drama

  • 🚫 Clickbait, Empörung, Provokation
  • ✅ Persönliche Perspektiven & Haltung
  • z. B. Alltag in der NGO, Behind-the-Scenes,

2. Orientierung statt Verwirrung

  • 🚫 Simplifizierung, Verzerrung, Lügen
  • ✅ Strukturierte Kurzformate mit Kontext
  • z. B. "3 Dinge, die du wissen solltest über…"

3. Dialog statt Polarisierung

  • 🚫 Annahmen, Unterstellungen, Beleidigungen
  • ✅ Reflexionsfragen & Kommentar-Dialog
  • z. B. "Wie siehst du das?" + echte Moderation

4. Humor & Kreativität statt Manipulation

  • 🚫 MiMi-Mitleidstouren, Whataboutims
  • ✅ Satire, Memes, Storytelling mit Haltung
  • z. B. Wiedererkennbare Formate mit Witz

5. Bildungsnuggets statt TextWände

  • 🚫 Halbwahrheiten ohne Kontext
  • ✅ Geprüfte Fakten + klare Haltung
  • z. B. "Wusstest du, dass… und warum das wichtig ist?"

6. Transparenz statt Hidden Agenda

  • 🚫 Querfronten, Dogwhistling, Anspielungen
  • ✅ Klare Kommunikation von Position & Zielen
  • z. B. Bio, Endscreens, Pinned Comments

Offene Fragen und Ausblick auf den Nachmittag

Mittagspause

60 Minuten

Von der Idee zum Storyboard

13:30 Auftragsklärung + Ideenentwicklung

 

13:50 Ihr entwickelt euer Storyboard, jede*r für sich

 

14:10 Sparring im Tandem

Storyboard: Idee

Skizziert eure Idee formlos. Fünf Fragen helfen:

1. Anlass
Welchen konkreten Anlass nehmt ihr? Siehe Kartenwand von heute Morgen.

2. Leitnarrativ
Passt der Anlass zu euren vier Sätzen?

3. Vorbild
Welche Good-Practice-Beispiele von heute Vormittag eignen sich als Vorlage? Oder habt ihr eine eigene Idee, vielleicht aus einem aktuellen Trend?

4. Geschichte
Welche Storytelling-Elemente könnt ihr einfließen lassen? Wie ist die Hook? Wie schließt die Story ab?

5. Qualität
Welche eurer Kriterien wollt ihr auf jeden Fall einhalten?

Ihr habt für diese Übung 20 Minuten Zeit

Erzählformate

🗣️

In die Kamera z.B.

  • Rant (Meinung äußern)
  • Storytime (Geschichte erzählen)
  • Erklären

 

Haben (teilweise) gemeinsam:

Authentisch · Nahbar · Direkt · Humor · Emotionen · Persönlich

1. Content-Anlass identifizieren 

Experimentieren erlaubt!

"Passt nicht zu unserer Organisation"
→ Wirklich nicht oder nur vordefinierte Idee?

 

🔄

Den Prozess zeigen, z.B.

  • Behind the Scenes
  • Unterwegs filmen

💥

Trends adaptieren, z.B.

  • Sounds nutzen
  • Challenges mitmachen
  • Meme-Formate

2. Erzählform wählen

3. Euer Thema reingießen 

Storyboard entwickeln

Seite 1: Das Konzept

  • Titel, Format, Länge
  • Wer ist eure Zielgruppe, und was weiß sie schon?
  • Frage, Problem oder Motivation: Was ist das Thema?
  • Kernaussagen: Was muss unbedingt vorkommen?
  • Was braucht ihr noch? Sprecher*innen, Material

Ihr habt für diese Übung 20 Minuten Zeit

Seite 2: Die Szenen

  • Spalte: Abschnittsüberschrift + Zeitmarke (jede Szene hat im Durchschnitt 3-5 Sekunden
  • Spalte: Was ist zu sehen?
  • Spalte: Was ist zu hören? Gesprochener Text und Töne
  • Spalte: Effekte, Sticker, Text im Bild

 

Plant ein Video von maximal 45-60 Sekunden :)

Storyboard: Sparring im Tandem

Ihr stellt euch gegenseitig eure Storyboards vor. Zehn Minuten pro Person, davon 5 Minuten Vorstellen, 5 Minuten Sparring.

 

Das Tandem ist Sparringspartner, nicht Co-Autor*in. Gerne euer Gegenüber ein bisschen herausfordern :)

 

Fragen fürs Sparring:

  • Ist das Video auf max. 60 Sekunden konzipiert, oder sind das eigentlich drei Videos?
  • Passt das Beitragsformat zur Story?
  • Wo genau ist die Hook? Trägt sie die ersten 2-3 Sekunden?
  • Steht am Ende eine Handlungsaufforderung?

Ihr habt für diese Übung 20 Minuten Zeit

Was hilft vor der Kamera?

 

🎤 Mini Sprech- und Präsentationsübung

Tipps

  • Social-Media-Content lebt von Authentizität
  • wenn möglich: angenehme Atmosphäre und kein Zeitdruck
  • schneiden und löschen erlaubt
  • in eigenen Worten und zu einer Person sprechen
  • in die Linse schauen
  • Notizen statt Skript
  • mehr Energie, mehr Betonung, mehr Pausen
  • Ankommen, ausprobieren, beim 3. oder 4. Take wirds super

🤳 Statement-Übung

Ihr arbeitet in Tandems. Nehmt pro Person drei Takes für ein Reel auf. Inhaltlich könnt ihr auf euer Leitnarrativ zurückgreifen.

Take 1: Einfach loslegen. Trag das Leitnarrativ vor der Kamera vor.

Take 2: Erzähl dein Leitnarrativ in deinen Worten. Erklär deinem Gegenüber, was ihr macht und wofür ihr steht.

Kurzes Feedback: Euer gegenüber gibt auch aufbauendes Feedback - denkt dran es geht bei der Übung um Empwerment.

Take 3:  Was könntest du optimieren? Wiederhol dein Statement und nimm 1-2 Anpassung vor, z.B. stärkere Betonung, mehr Gestik, bewusste Pausen

Jetzt wechseln!

Technik-Check

Technik-Check

Aufnehmen:

  • Nutzt die normale Kamera-App eures Geräts.

  • Hochformat. Vor dem Start einmal durchs Bild schauen: sitzt der Ausschnitt, ist es scharf?

  • Lieber drei kurze Clips als einen langen. Das macht den Schnitt leichter.

Wer schon mit CapCut, Canva oder Edits arbeitet, bleibt dabei. iPad-Code: 4422

Schneiden mit VN Video Editor:

  • Neues Projekt
  • Clips aus der Mediathek holen
  • Clips kürzen und in die richtige Reihenfolge ziehen
  • Text ins Bild, Musik drunter
  • Untertitel automatisch erzeugen und danach korrigieren

Timeline

Werkzeugleiste/Werkzeuge

Timeline

 

  • Zoom-in/-out mit zwei Fingern (Auf/zu)
  • Einzelclip innerhalb der Timeline länger anklicken --> Gesamtansicht aller Videos
  • Reihenfolge via Drag & Drop ändern

Werkzeugleiste/Werkzeuge

  • Leinwand :Seitenverhältnis/Format des Videoprojekts
  • Trimmen: Clipdauer am Anfang oder Ende ändern
  • Teilen: Cut an beliebiger Stelle setzen
  • Animation: Animierte Übergänge etc
  • Schnitt: Ausschneiden einzelner Bereiche eines Videos

 

 

Technik-Check: Ansteckmikros

Wir haben drei Sets dabei, es können also nicht alle gleichzeitig damit arbeiten.

1. Einschalten
Langer Druck auf den Ø-Knopf, am Sender und am Empfänger.

2. Verbinden
USB-C-Kabel vom Empfänger ins iPad.
Bei eigenen Geräten ohne USB-C, z.B. iPhone: unseren USB-C-auf-Lightning-Adapter nutzen.

3. Sender anklippen
Möglichst nah am Mund, etwa eine Handbreit unter dem Kinn. Bei Wind den Fellaufsatz drauf.

4. Pegel prüfen
Auf dem Display des Empfängers seht ihr den Ausschlag. Grün bis gelb ist gut, rot heißt übersteuert.

5. Testaufnahme
Zehn Sekunden aufnehmen und anhören, bevor ihr richtig loslegt.

Technik-Check: Ansteckmikros

Eher ja:

  • Interview oder Straßenumfrage, wo jemand außerhalb der Reichweite des Handys spricht
  • Talking Head, wo eine Person direkt ins Bild spricht und das den Großteil des Videos ausmacht
  • Draußen, wo Wind und Verkehr dazwischenfunken

 

Bei Interview- und Talking-Head-Formaten ist das Mikro in der Hand oft eigenes Stilmittel.

Es signalisiert: hier erklärt jemand etwas.

Braucht euer Video ein Mikro?

Geht auch ohne:

  • Videos ohne Gesicht, wo ihr später ein Voice-Over drüberlegt
  • Alles mit Text im Bild statt gesprochenem Wort
  • Kurze Clips, die ihr sowieso mit Musik unterlegt

Nehmt das Mikro nur, wenn es zu eurem Konzept passt.

Technik-Check: Kamera, Licht, Ton

Kamera

  • Auf das Gesicht tippen und gedrückt halten, dann bleiben Fokus und Belichtung fest
  • Nicht digital zoomen, lieber näher rangehen
  • Wenn es euer Format erlaubt, das Handy anlehnen oder aufstützen

 

Licht

  • Fenster im Rücken der Kamera, nicht hinter der Person
  • Deckenlicht aus, wenn Tageslicht reicht
  • Kein Gegenlicht

 

Ton, auch ohne Mikro

  • Näher ans Handy
  • Harte Räume hallen. Vorhänge, Teppich, Sofa helfen

Checkliste für den Dreh

VorherWährenddessenNachher
Ist die Linse sauber?Ton-Check: Bin ich gut zu hören?Habe ich alle unnötigen Pausen rausgeschnitten?
Sind die Lichtverhältnisse gut?Kamera-Check: Ist das Bild scharf und bin ich zu sehen?Habe ich Untertitel eingefügt und gut platziert?
Ist mein Akku voll (genug)?Kann ich mein Skript gut lesen (oder auswendig)?Habe ich die Safe Zone eingehalten?
Kann ich ungestört drehen? Habe ich den Raum für mich?Lasse ich ausreichend Pausen am Anfang und Ende jeder Szene oder wenn ich mich verspreche für den Schnitt?Habe ich an den Call to Action gedacht?
Habe ich alle technischen Utensilien, mein Skript und Requisiten in meiner Nähe?Hat mein Video Musik/Ton?

Canva Video Editor

Euer Video

Grafische Elemente

   & Text hinzufügen

Medien aus der eigenen 

Mediathek hinzufügen

Audio aus der Canva-

Bibliothek, KI-Stimme

oder Voice-Over 

aufnehmen

Zugriff auf Vorlagen &

weitere Werkzeuge

Kaffeepause

30 Minuten

Produktionsphase

60 Minuten

Untertitel, Captions und Barrierearmut

60 Minuten

Untertitel, Captions, Barrierearmut

Alle arbeiten gleichzeitig am eigenen Video. Wir gehen rum.

 

1. Untertitel setzen (etwa 25 Minuten)
Automatisch erzeugen, dann korrigieren

 

2. Caption schreiben (etwa 15 Minuten)
Der Text, der unter dem Video steht

 

3. Ohne Ton prüfen (etwa 10 Minuten)
Einmal stumm ansehen, gegen die Kriterien checken

Untertitel

Automatisch erzeugen

  • In VN: Projekt öffnen, Untertitel, automatisch erkennen, Sprache Deutsch.
  • Geht genauso in CapCut, in Edits oder direkt beim Hochladen bei Instagram und TikTok.

Dann korrigieren

  • Eigennamen, Ortsnamen, Abkürzungen und Fachbegriffe gehen fast immer schief
  • Lest die Untertitel dann einmal komplett durch

Platzierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Große Schrift, kräftiger Kontrast, höchstens zwei Zeilen gleichzeitig
  • Keine Effekt-Schriften, die schlecht lesbar sind

Caption

Die Caption ist der Text unter dem Video. 

Erste Zeile: Hook
Nur sie ist sichtbar, bevor jemand auf „mehr" tippt. Sie soll nicht zusammenfassen, sondern neugierig machen.

Call to Action
Kommentieren, teilen, Link in Bio, zur Veranstaltung kommen. Entscheidet euch für eine.

Drei bis fünf Hashtags
Passend zum Thema und zum Online-Diskurs 

Bildbeschreibung
Für Menschen, die das Video nicht sehen können. Ein paar Sätze: Wer ist zu sehen, wo, was passiert. 

Barrierearmut

Testet einmal ohne Ton: Stellt euer Video stumm und seht es euch an.

  • Versteht man, worum es geht?
  • Kann man den Untertiteln folgen?
  • Wie aussagekräftig ist das Video ohne Ton, wie viel erkärt sich durch die Bildebene?

Zu Barrierearmut gehört:

  • Ruhige Schnitte
  • ausreichend Kontrast
  • zugängliche Sprache, Fachbegriffe werden erklärt

Ablage der Videos und Ausblick

Mittwoch 16.09.

  • 09:00 Ankommen und Ablauf
  • 09:10 Präsentation der Videos
  • 10:30 Kaffeepause
  • 11:00 Herausforderungen im Arbeitsalltag bei der (Video)Contentproduktion
  • 11:20 Input mit Tipps
  • 11:50 Material recyclen oder weiterentwickeln
  • 12:30 Abschluss + Feedback
  • 12:40 Mittagessen und Ende

Präsentation der Videos

Kaffeepause

30 Minuten

Sammlung von Herausforderungen bei Videoproduktion

Input + Austausch

Ressourcen richtig einsetzen

  • Zuständigkeiten im Team und klare Abläufe festlegen

  • Anlass-Sammlung anlegen und feste Tage im Kalender einplanen, Evergreens bestimmen

  • Contentproduktion komprimieren

  • Insights im Blick behalten

  • Templates entwickeln und Orientierung für Design finden

  • Inhaltsproduktion im Arbeitsalltag mitdenken

Quelle: Sozial-PR

Was ist ein Anlass zum Posten?

Konkrete Momente aus eurer Arbeit, die sich für Social Media eignen:

Nicht nur Endergebnisse → Prozesse zeigen
Nicht nur Highlights → Alltägliches teilen
Nicht nur Perfektion → Echte Einblicke geben

Typische Hemmschwellen:

"Wen interessiert das schon?"

→ Mehr Menschen, als ihr denkt

"Das ist doch nicht professionell genug"
→ Authentizität schlägt Perfektion

"Das dürfen wir nicht zeigen"
→ Organisationshaltung hinterfragen

Typische Content-Anlässe

Veranstaltungen Behind-the-Scenes, Impressionen
Projekte Start, Meilensteine, Erfolge
Alltag Tag im Leben, Vorbereitungen
Menschen Testimonials, Vorstellungen
Aktuelles Stellungnahmen, Einordnungen
Jahreszeiten Ankündigungen, Rückblicke
Interaktion Fragen, Umfragen, Bedarfe

Praxistipp

Erstellt eine Content-Anlass-Liste für 1–2 Monate

Schaut in euren Kalender: Was steht an?

Überlegt: Was läuft gerade im Hintergrund?

Wie finde ich die richtige Plattform?

  • Erstellung von Personas unterstützt dabei, sich mit den Gewohnheiten der Zielgruppe auseinanderzusetzen

  • Ergebnisse verdeutlichen, wo sich die Zielgruppe wirklich informiert, unterhalten lässt, interagiert, selbst postet

die Plattformwahl sollte abhängig von den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Zielgruppe gemacht werden

wenn ich sehr unterschiedliche Zielgruppen habe - z.B. Multiplikator*innen und Jugendliche -, muss ich entweder auf mehreren Plattformen unterwegs sein oder mich entscheiden

  • Die ÖA-Person ist selten dort, wo etwas passiert. Mitglieder und Ehrenamtliche oft schon.

 

  • Umgekehrt: Wissen über Plattformen, Trends, Formate sind zu viel verlangt für Ehrenamtliche

 

  • Ein Content-Auftrag sagt genau, was zu filmen ist. Sie liefern Rohmaterial, ihr macht den Beitrag.

 

  • Euer Storyboard von gestern kann Grundlage sein für so einen Auftrag

    Beispiel-Ergebnis eines Content-Auftrags

    Content-Recycling

    • Recycling ≠ Kopieren --> jeder Inhalt muss an die jeweilige Plattform bzw. das Content-Format in Tonalität und Design angepasst werden

    Quelle: Stephanie A. Kowalski

    • Recycling bedeutet aus einem Inhalt mehrere Verwendungszwecke zu erschaffen, z.B. aus einem Blogbeitrag über den Einsatz eines interaktiven Tools in der Medienbildung wird:

      • Karussell-Post mit den Highlights des Blogbeitrags und einem Call to Action

      • Reel, in dem ihr zeigt, wie ihr das Tool verwendet

      • mehrere Stories mit einem Quiz oder einer Umfrage zum Tool  

    KI als Hilfsmittel

    *Der Einsatz von generativer KI ist immer kritisch zu hinterfragen. Texte von KI können nie 1-zu-1 kopiert werden. Seit dem 02. August müssen Texte, die von KI erstellt wurden, als solche gekennzeichnet werden.

    Unterstützung durch KI:

    • Entwicklung von Ideen und Variationen

    • Überarbeitung bestehender Captions mit speziellem Fokus (Prüfen auf Storytelling, Kürzungen vornehmen)

    • Komplexität verringern

    • Content recyclen, z.B. mit dem GPT-Builder "Dein Content-Recycling-Assistent"

    Jeder Text hat eigene Regeln

    Generelle Regeln für Texte

    • ausgearbeitetes Leitnarrativ & gutes Storytelling sind Grundlage

    • Emojis & Aufzählungen als visuelle Stopper oder Anker & daher nur gezielt
      eingesetzen - v.a. Captions nicht im Emojis überfrachten

    • textlicher und visueller Inhalt ergänzen sich gegenseitig

    • Textaufbau folgt einem Muster: Hook (Einstieg, der Lust aufs Lesen macht) - Value (Mittelteil des Textes, der meiner Zielgruppe einen Mehrwert bietet) - Call-to-Action (Aufforderung, mit meinem Text zu interagieren); kurz HVC

    • Stil des Textes an die Zielgruppe & das Medium anpassen - z.B. Ansprache (Du oder Sie?), lockerer oder ernster Ton, etc.

    Jeder Text hat eigene Regeln

    PlattformTextregeln
    Kurznachrichtendienst (Bluesky)- Hook in den ersten beiden Sätzen
    - Maximal 300 Zeichen pro Beitrag
    - Längere Diskussionen in Threads aufteilen
    - nur max. zwei Hashtags verwenden
    Instagram & Facebook- werden ca. 25 Zeichen abgeschnitten - ab hier muss die Hook greifen
    - ideale Gesamtlänge zwischen 125 bis 150 Zeichen
    - SEO-Optimierung
    mitdenken und Schlüsselwörter einbauen
    - max. 3 - 5 Hashtags (darunter 2 wiederkehrende, die zum Account passen)
    TikTok- werden ca. 80 Zeichen abgeschnitten - ab hier muss die Hook greifen
    - Ideallänge je nach Zweck: höchste Interaktion (1-5 Wörter), SEO-Optimierung (100-300 Zeichen), Microblogging (500-800 Zeichen)
    - max. 1 -3 Hashtags, die zum Inhalt passen
    LinkedIn- werden nach ca. 150 Zeichen abgeschnitten - ab hier muss die Hook greifen
    - Ideallänge je nach Zweck: Deep Dive (1300-2100 Zeichen), Statements (500-900 Zeichen), Dokumenten-Karrusell (150-400 Zeichen)

    Bluesky

    Instagram

    TikTok

    LinkedIn

    Jeder Text hat eigene Regeln

    NewsletterBlogbeitrag
    GrundlogikKommt ungefragt ins PostfachWird aktiv gesucht oder angeklickt

    Zielgruppe
    Mitglieder, bereits Interessierte → BeziehungspflegeMitglieder, Presse, Fördermittelgeber*innen + Menschen, die euch noch nicht kennen


    Textanforder-ungen
    Betreffzeile ist der Hook
    Teaser statt Volltext, ein Link pro Block
    Pflichtangaben: Impressum, Abmeldelink
    Scannbar & SEO: Zwischenüberschriften, Absätze, Schlüsselwörter
    Umgekehrte Pyramide
    Bei langen Texten: TLDR oder Inhaltsverzeichnis

    Blogbeitrag

    Newsletter

    Praxis: Recyceln oder Weiterentwickeln

    Jetzt geht's ans Texten!

     

    1. Nehmt eure mitgebrachte Veranstaltung oder Aktivität.

    2. Wählt zwei Formate:

      • Instagram, LinkedIn, Bluesky oder TikTok → der Text zum Beitrag

      • Newsletter → ein Absatz als Teaser: Überschrift, 3–4 Sätze

      • Website → Überschrift und Einstiegsabsatz (3-4 Sätze)

    3. Schreibt für beide den Text, der zum jeweiligen Format passt.

    4. Wir schicken euch dafür in Breakouts, in denen ihr euch gegenseitig beraten könnt.

     

    --> Egal welches Format: Der erste Satz muss neugierig machen, und am Ende muss klar sein, was die Leute tun sollen.

     

    15 Minuten – danach lesen wir ein paar vor :)

    Abschluss und Feedback

    Kontakt:

    Serkan Ünsal & Tami Kelling
    serkan.uensal@medialepfade.org

    tami.kelling@medialepfade.org

     

    medialepfade.org – Verein für Medienbildung e.V.
    Am Sudhaus 2
    12053 Berlin

    030 - 552 731 40

    • mediale pfade Newsletter
    • Teacher Feed
    • Methoden
    • Dossiers
    • Workshops und Fortbildungen
    • TikTok-Kanal
    • OERs
    • femimimi-TikTok
    • Handbuch
    • Beratung
    • Online-Austauschformate
    • Lernplattform
    • Workshops und Fortbildungen

    SERKAN ÜBEN 2026_09_AdB_Europahaus-Marienberg

    By mediale pfade

    SERKAN ÜBEN 2026_09_AdB_Europahaus-Marienberg

    • 1